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Ulrike Rosenbach, Köln / Saarbrücken

 

NICHTS ÜBERSTÜR ZEN

verlängert bis 9. September

Videostill aus NICHTS ÜBERSTÜR  ZEN

Videostill aus NICHTS ÜBERSTÜR ZEN

Videostill aus NICHTS ÜBERSTÜR ZEN

 

Ulrike Rosenbach über ihre Videoinstallation für den Eutiner Wasserturm:

NICHTS ÜBERSTÜR  ZEN

" In dem turmrunden Raum , zwischen zwei senkrecht nach oben strebenden
Wasserrohren - eine sieben Meter hohe Verspannung aus Bahnen von schwarzem, halbtransparenten Seidenpapier - hin und her zwischen den Rohren ist dieses breite Band gewunden, die Rohre umschlingend werfen die Bahnen grosse, barocke Falten und bieten feine Durchbrüche mit Ahnungen von Licht. Dunkel, samten und doch durchscheinend, fällt das Licht auch durch das schwarzes, seidige Material an den damit verhangenen Fenstern der vier Himmelsrichtungen des Turmes. Es ist ein Blick nach innen, wie in die dunkle Seele : "Psyche aber, wandert umher..." flüstert eine hallende Raumstimme den Anfang des altmodisch deutschen Textes.

Von der Mitte, der Höhe des Raumes schaut aus dem Seidengewirr ein Gesicht auf den Betrachter hinunter. Als Videobild schwebt es, wie der Kopf eines Vogels im auf und ab von Flügelschlägen an einem imaginären Himmel, an dem das Licht einer imaginären Sonne das Gesicht der freundlichen Fliegerin aufhellt, wie durch vorbeiziehende Wolken.

Ulrike Rosenbach hat in der Mitteletage des Eutiner Wasserturms eine einfache aber monumental wirkende Videorauminstallation inszeniert, eine stille Arbeit über den Blick nach innen. "INS Nichts überstürzen " könnte diese Arbeit auch heissen, bei der es um die Zwischenwelten zu gehen scheint.

Text und Bild bieten es jedenfalls an: Der Weg von dieser Welt zur jenseitigen "Unter"-Welt ist gemeint, auf dem die "Psyche"- die Seele ihren Mut zum Leben beweisen muss. So wenig aber, wie die Heldin Psyche aus dem antiken Mythos sich auf ihrem Weg beirren lassen darf - so wenig darf sich die BetrachterIn dieser Arbeit in den breit zitierten Worten dieser Geschichte verfangen - oder in dem geschlungenen Seidenpapier der Installation - will er oder sie dem wirklichen Kontext dieser Arbeit nachgehen. "


 

  go to: Ulrike Rosenbach

NICHTS ÜBERSTÜR ZEN, Installation ca. Höhe 7 x Breite 6 x Tiefe 3 m, Videos, Monitore, Sound, Seidenpapier, 2001


 

Pressestimmen

taz - hamburg vom 31. juli 2001

taz hamburg/kultur vom 31.juli 2001

Varianten über Wasser und Turm

Kunst an Ausflugsorten - Teil 1: Eine Videoinstallation Ulrike Rosenbachs im Wasserturm Eutin  - von Hajo Schiff

Wälder, Felder und Seen, Schlösser, Kirchen und Gasthöfe: Wer die Reize der Holsteinischen Schweiz im Überblick sehen möchte, steigt schon mal auf einen Aussichtsturm. Ein besonderes Exemplar davon ist der Wasserturm in Eutin. Doch nicht nur der Blick aus 38 Meter Höhe ist dort ausnehmend schön, auch der Turm selbst ist einen Blick wert. 1906 in neugotischen Formen erbaut, ist diese mittelalterlich anmu-tende Stadtkrone nach wie vor ein funktionierender Betrieb der Stadtwerke mit aluminiumglänzenden Fallrohren und großem Wassertank, durch den sich eine schmale Wendeltreppe windet. Aber was manchen arglosen Ausflügler noch mehr verwundert, sind die künstlerischen Interventionen, mit denen seit fünf Jahren die Produzentengalerie "OHa-Kunst e.V." den kargen Platz im Turm bespielt. Fortsetzung...

 

Ostholsteiner Anzeiger vom 28. Juli 2001

Aspekte des Weiblichen

Die Ausstellung >>Nichts überstür Zen<< im Wasserturm - von Hajo Schiff

In einer Bühnenwand blaudurchschimmernder Seidenpapierbahnen zeigt sich ein Gesicht, das kopfüber und flackernd ausgeleuchtet im blauschwarzen Licht alter Videos eindringlich einen seltsamen Text flüstert: In den Eutiner Wasserturm ist der Mythos eingezogen - nicht unpassend für Eutin als einstige Wirkungsstätte
des Homerübersetzers Johann Heinrich Voss. Für die dritte Ausstellung dieses Sommers konnte der Verein OHa-Kunst nach langen Bemühungen Ulrike Rosenbach gewinnen, eine neue Video-Installation zu zeigen.
Fortsetzung...

 

Detailfotos aus dem Turm


Kieler Nachrichten vom 24.07.2001

Installation hoch oben in Eutin - von Jens Rönnau

Magie im Wasserturm

Fast magisch wirkt die Installation hoch oben im Eutiner Wasserturm: im abgedunkelten Raum läuft ein Video mit der permanenten Untersicht auf einen weiblichen Kopf, der Monitor in schwarzes Seidenpapier drapiert. Eine beschwörend gedehnte Stimme spricht dazu ein Textfragment der Psyche-Geschichte aus der griechischen Mythologie, das in Worten auch auf einem kleinen Zusatzmonitor zu verfolgen ist. Gelegentlich finden sich Orte für Ausstellungen, die besser kaum sein könnten. Beim Verein OHa-Kunst im Wasserturm ist das jetzt der Fall mit jener Video-Installation von Ulrike Rosenbach, die spätestens seit ihrer documenta-Beteiligung 1977 als eine der wichtigsten Vertreterinnen feministischer Video-Kunst gilt. Fortsetzung...

während der Eröffnung am 20. Juli 2001

während der Eröffnung am 20. Juli 2001 während der Eröffnung am 20. Juli 2001